ISG: Hallo Andreas, was machst Du gerade?

Andreas: Im Moment sitze ich viel am Telefon und bin dabei unseren Messeauftritt auf der boot zu organisieren.

ISG: Ihr seit das erste Mal auf der boot?

Andreas: Ja. Wir haben skimbowl im Juni 2011 gegründet und werden das erste Mal auf der boot öffentlich auftreten und unsere skimboards präsentieren.

ISG: Warum skimboards?

Andreas:  Ich habe mit 14 angefangen selber skimboard zu fahren. Das ist jetzt 28 Jahre her. Mittlerweile habe ich selber zwei Jungs (10 und 12) auch begeisterte skimboarder. Die ersten Boards, die wir gekauft haben, waren zwar von unterschiedlicher  Qualität und Preis, hatten aber nach einiger Zeit immer die gleichen Probleme: Verzug im Sperrholz, Delamierung der Schichten, Aufquellen und Risse im Furnier, zu leicht, …Nach drei Jahren Leiden und genügend Leidenschaft für`s skimboarden, war dann im Juni 2011 der Entschluss gereift selber Boards zu entwicklen, die diese Probleme nicht mehr haben! Unsere Idee war es ein Board zu entwickeln, welches kein Wasser zieht und das unempfindlich gegen Beschädigung ist. Wir wollten kein ?rohes Ei?, sondern eine haltbare, stabile und starre Alternative zu dem, was man im Handel aktuell bekommt! Wir konzentrieren uns deshalb im ersten Schritt auf reinrassige bidrektionale Flantlandskimboards, da hier die höchsten Beanspruchen sind. Die Kollektion wird dann noch um weitere Boards vergrössert….

Wir wollten kein Board aus Amerika, Australien oder Kanada, da wir nur für das Board und nicht für Zoll und Transport unser Geld ausgeben wollen. Wir wollten einen Ansprechpartner vor Ort und direkten Support und keine anonyme Firma. Uns war schnell klar, dass es keine Lösung sein kann, das Board solange mit Glasfasern zu ummanteln bis es stabil genug ist…. das Ergebnis wäre zwar stabil aber viel zu schwer.

ISG: Wir funktioniert das, woraus sind Eure Boards?

Andreas: Unsere Boards werden ausschliesslich aus einheimschen Hölzern gefertigt. Wir arbeiten mit Formteilen aus thermisch behandelten Buchenschälfurnieren. Dadurch sind sie auch im Außenbereich ohne jede Oberflächenbehandlung zuverlässig einsetzbar: formstabil und wetterfest. Durch thermische Modifikation wird der Zellaufbau so verändert, dass Wasseraufnahme und Ausgleichsfeuchte entscheidend verringert werden. Quell- und Schwindverhalten reduzieren sich um ca. 50%. Bakterien und Holz abbauende Pilze verlieren ihre Nahrungsgrundlage, da die Hemicellulose ? kurzkettige Zuckerbausteine ? abgebaut wird.

Skimbowl hat zusammen mit einem Partner diese Erkenntnisse auf die Skimboardproduktion übertragen und veredelt sie mittels eines besonderen thermischen und physischen Verfahrens. Darüber hinaus wird eine Verleimung mit Melaminharzen eingesetzt. Melamintränkharze erhöhen die Haltbarkeit der Oberfläche und sind z.B. von Oberflächen von Arbeitsplatten in Küchen (HPL) bekannt. Unsere Boards werden in massiven Aluminiumwerkzeugen unter hoher Temperatur und hohem Druck regelrecht ausgebacken. Nach diesem Prozess kann das board kein Wasser mehr aufnehmen….aufquellen ist somit Schnee von gestern. Jedes Board wird nach dem Pressen, einzeln in einer Vorrichtung, ausgekühlt und anschliessend weiterverarbeitet. Jedes Board wird nach jedem Arbeitschritt kontrolliert, um so den hohen Qualitätstandard zu gewährleisten.

ISG: Wo machst Du das alles?

Andreas: Entwickelt und designt wird in unserem Büro in der Schweiz, oberhalb vom Bodensee. Produziert wird mitten in Deutschland, in Lohr am Main in der Nähe von Würzburg.

ISG: Wo bekommt man die Boards?

Andreas: Im Moment am einfachsten über unsere homepage direkt bestellen. Wir suchen aber auch noch Händler. Wichtig ist für uns der direkte Kontakt zum Fahrer.

ISG: Fährst Du selber auf der boot beim indoorskimjam?

Andreas: Nein,… wir haben Teamfahrer, die die Boards testen und fahren. Ich stelle die Boards zum ausprobieren zur Verfügung und lade alle ein, uns am Stand direkt neben der skimboardbahn zu besuchen.

ISG: Andreas vielen Dank und viel Erfolg mit Skombowl! Klingt klasse